WSPA Welttierschutzgesellschaft e.V. auf Facebook
Folgen Sie uns auf Twitter

Israel stimmt über weltweit erstes Pelzverbot ab

Feb 22, 2010

Dieser Fuchs, der auf einer norwegischen Pelztierfarm lebt, wird niemals rennen, spielen, jagen oder erfahren, wie sich Gras anfühlt.

Während Models der London Fashion Week dieser Tage wieder mit Pelzen auf die Catwalks geschickt werden, beschreitet Israel wirklich innovative Wege: Die Regierung stimmt über ein allgemeines Pelzverbot ab. 

Dr. Elly Hiby von der WSPA kommentierte: “Wenn dieses Gesetz verabschiedet wird, könnte Israel zum Vorreiter für eine weltweite Bewegung werden. Es wäre ein enorm wichtiger Präzedenzfall für Organisationen, die sich weltweit für ein Ende des Pelzhandels einsetzen. Wenn Israel dieser unvertretbaren Industrie einen Riegel vorschiebt, werden auch andere Länder erkennen, dass Pelz einem vergangenen Zeitalter angehört. Die Zucht und Tötung von Tieren für Mode und andere Luxusgüter kann in einer humanen Gesellschaft einfach nicht toleriert werden.“

Worüber genau wird abgestimmt, und wie?

Am Mittwoch, dem 24. Februar, wird in der Knesset – der Legislative der Israelischen Regierung – in einer entscheidenden Lesung über ein Gesetz abstimmt, das die Zucht und Verarbeitung, den Import und Export, sowie den Verkauf von Pelz aller Tiere verbietet, die nicht bereits Teil der Fleischindustrie sind.

Das Gesetz wurde am 7. Februar bereits dem Verfassungs- und Rechtsausschuss der Knesset vorgestellt – und einstimmig unterstützt. Aktuelle Studien zeigen, dass 86% der Israelis es für moralisch unvertretbar halten, Tiere allein wegen ihres Fells zu töten.

In der nächsten Lesung am Mittwoch wird das Gesetz dem Erziehungs- und Kulturausschuss vorgestellt. Wenn es auch hier erfolgreich ist, werden die übrigen zwei Ausschüsse geneigt sein, ihm ebenfalls zuzustimmen. Von der Abstimmung am Mittwoch könnte also der Erfolg des Verbots abhängen.

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

In einigen Ländern ist zwar die Produktion von Pelzen verboten, nicht aber der Pelzhandel. Großbritannien zum Beispiel hat im Jahr 2000 den Betrieb von Pelzfarmen verboten; seitdem hat sich jedoch der Import von Pelzen beträchtlich vergrößert. Zudem ist die Verkaufsrate dort in den letzten zwei Jahren um 30 % angestiegen.

Dabei nimmt in Europa derzeit insgesamt die Produktion ab: Die Zucht von Pelztieren wird zunehmend als wirtschaftlich unrentabel angesehen. Viele Regierungen haben außerdem den Betrieb von Pelzfarmen bereits verboten. Solche Verbote sind jedoch wirkungslos, solange nicht zugleich auch der Handel mit Pelzen verboten wird. Wie der Fall Großbritannien deutlich macht, verringert die Einstellung der Produktion nicht automatisch auch den Konsum von Pelzen – vielmehr wird dadurch die Stellung Chinas als führender Pelz-Exporteur gefestigt und die dortigen Farmen unterstützt.

Ähnlich problematisch sind Handelsverbote, die nur einige Pelzarten betreffen. Sowohl die EU als auch die USA haben den Handel mit Robbenfell, Hunde- und Katzenfell verboten, tolerieren jedoch den Verkauf – und damit die Tode – von öffentlich weniger präsenten Arten. Dänemark hat kürzlich die Pelzzucht von Füchsen verboten, bleibt jedoch weltweit zweitgrößter Produzent von Nerzpelz.

Mit einem umfassenden Pelzverbot, das den Handel mit jeglicher Art von Pelzen einschließt, würde Israel ein großartiges Beispiel setzen. So ein Gesetz wäre enorm wichtig für die Tierschutzbewegung, ein Meilenstein auf dem Weg zu einem weltweiten Verbot von Pelz. Zum ersten Mal würde zudem eine Regierung eine klare und kompromisslose Botschaft an die Pelzindustrie senden.

Wie engagiert sich die WSPA?

Die WSPA ist einer der Hauptsponsoren der Fur Free Alliance (FFA), der größte Verband von Tierschutzgruppen, die friedlich für ein Ende des Pelzhandels arbeiten. Wir helfen mit Initiativen wie Design Against Fur und dem Fur Free Retailer scheme.

Im letzten Jahr haben wir zudem die Anti Fur-Coalition und Let Animals Live unterstützt, zwei Organisationen, die großartige Arbeit geleistet haben, um das Anti-Pelz-Gesetz vor Israels Regierung zu bringen.

Wie können Sie helfen?

Sie können einiges tun! Unterstützen sie das Pelz-Verbot, indem Sie:

  • sich an der Online-Aktion der Anti-Fur Coalition (englisch) beteiligen

  • einen Brief an den Herausgeber herunterladen und an ihre regionale Zeitung senden

  • diesen Artikel auf Blogs und/oder sozialen Netzwerken verlinken. Nehmen Sie außerdem an den Diskussionen der WSPA auf Facebook und Twitter teil.

Lesen Sie hier mehr über die Pelzindustrie, und wie Sie aktiv werden können >>

 

Page tools:
Share Share, Bookmark, Email or Print