Mar 3, 2010

In dieser Woche wird die WSPA bei einem wichtigen Zusammentreffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) für den Erhalt des Walfangverbots für kommerzielle Zwecke kämpfen und mit aller Kraft versuchen, die Tötung von 10 Buckelwalen zu verhindern.
Die diesjährige Konferenz der IWC, die vom 2. bis 5. März stattfindet, wurde aus zwei Gründen einberufen: Zum einen, um die Zukunft der Kommission und ein von ihr beabsichtigtes Abkommen zu diskutieren, das ein Desaster für die Wale bedeuten würde. Zum anderen, um über die Forderung Grönlands nach einer Erhöhung des ihm zugestandenen Walfangkontingents zu entscheiden.
Nach Jahren endloser Diskussionen über einen steigenden Walfang durch Japan, Island und Norwegen wuchs die Frustration auf beiden Seiten der Debatte. Die neuesten Bestrebungen, die festgefahrene Situation zu beenden, führen jedoch möglicherweise zu einer katastrophalen Übereinkunft, die den kommerziellen Walfang legitimieren und das bestehende Walfangverbot aufheben würde.
Ziel dieses Abkommens ist es, den existierenden kommerziellen Walfang unter die Kontrolle des IWC zu bringen. Damit beabsichtigt das IWC die Zahl der getöteten Wale auf kurze Sicht zu reduzieren. Allerdings würde das Abkommen Japan nicht davon abhalten können, den Walfang im antarktischen Schutzgebiet fortzusetzen. Im Gegenteil: Es könnten sogar größere Kontingente für alle drei Walfangnationen zugebilligt werden. Im Konsens würde diese Übereinkunft das Abkommen für den kommerziellen Walfang von 1986 aufheben. Zusätzlich könnte der Entschluss dazu führen, dass sich die Walfangindustrie auch in anderen Ländern etabliert.
Für tausende von Walen bedeutete dies, dass sie weiterhin einen langsamen und qualvollen Tod durch explodierende Harpunen erleiden müssen – ohne das Recht auf ein humanes und schnelles Ableben. Deshalb spricht sich die WSPA nachdrücklich gegen jegliche „Übereinkünfte“ aus, die diese grausame und unnötige Vorgehensweise legitimieren.
Claire Bass, die Leiterin des WSPA-Programms für Meeressäuger, sagt: „Dieses Vorhaben der IWC belohnt das unmoralische Verhalten von Japan, Norwegen und Island. Gemeinsam töteten sie über 25.000 Wale, und das, nachdem das Walfangverbot bereits in Kraft getreten war. Das Vorhaben verfehlt das eigentliche Problem des Walfangs – nämlich das unermessliche Leid, das den Tieren angetan wird. Die Unmenschlichkeit des Walfangs gehört nicht ins 21. Jahrhundert. Wir bitten das IWC deshalb nachdrücklich, diese Übereinkunft abzulehnen.“
Bei der letzten jährlichen IWC-Konferenz wurde eine kontroverse Abstimmung über Grönlands wiederholte Forderung nach der Erweiterung ihres Walfangkontingents um 10 Buckelwale verschoben.
Die Buckelwale sind nach wie vor bedroht. Das IWC wird in der kommenden Konferenz dazu gezwungen sein, eine Entscheidung über ihr Schicksal zu treffen. Grönland ist zum Walfang als Existenzgrundlage berechtigt und hat bereits eine jährliche Quote von 233 Walen – trotzdem behauptet es, noch mehr Walfleisch zu benötigen. Allerdings konnte Grönland nicht darlegen, warum es das zusätzliche Fleisch benötigt. Gleichermaßen hat das wissenschaftliche Komitee der IWC die Menge des Fleisches der Wale, die bereits gefangen werden, noch nicht ermittelt.
Ein neuer Bericht der WSPA und der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) zeigt Grönlands verschwenderische Verarbeitungsprozesse auf, durch die mehr als 80 Prozent jedes Wals weggeworfen werden. Weiterhin zeigen die Verkaufszahlen von Walfleisch in Supermärkten, dass in Grönland vielmehr ein Überangebot an Walfleisch besteht, nicht aber ein Mangel. Dies wurde 2008 erstmals von der WSPA dokumentiert.
Claire Bass, sagt hierzu: „Etwa 25 Prozent der Wale, die als Existenzgrundlage für die Ureinwohner getötet werden, landen in Grönland auf den Supermarkt-Theken. Soweit wir informiert sind, wurde der kommerzielle Walfang 1986 verboten und dies sollte für Grönland in gleichem Maße gelten, wie für alle anderen Staaten auch. Es ist absolut inakzeptabel, die Buckelwale zu Grönlands Einkaufsliste hinzuzufügen.“
Die WSPA und andere Mitglieder des „Whalewatch“-Netzwerks werden nächste Woche auf der IWC-Konferenz sprechen, um die Mitglieder davon zu überzeugen, gegen den Buckelwal-Antrag zustimmen und die Aufrechterhaltung des Walfangverbotes zu gewährleisten.