
Russische Prominente wirken an einer Kampagne von VITA gegen das Abschlachten von Seehunden mit.
Nach einer Protestwelle von Stars und Tierschützern wurde ein Verbot des Jagens von Babyseehunden in Grönland ab 2008 durchgesetzt.
Das Verbot, welches die Region um Archangel in Russland betrifft, wird offiziell mit dem gefährlich dünnen Eis begründet. Die in Moskau ansässige WSPA Mitgliedorganisation VITA ist jedoch überzeugt, dass ihre Kampagne – über welche viel berichtet und welche öffentlich unterstützt wurde - die Behörden zum Handeln gezwungen hat.
Am 10. und am 11. März 2008 hat VITA zahlreiche russische Berühmtheiten, darunter Laima Vaikule, Artemii Troitskii, Alena Sviridova, Aleksandr F. Sklylar and Viktor Gusev zur Küstenstadt Letnyaya Zolotitsa eingeladen, wo die Grönland-Robbe ihre Jungen bekommt.
Die Reise, fand unter unvorhersagbaren Wetterbedingungen statt und machte den Einsatz von Aufklärung und Sicherheitsbestimmungen notwendig.
Nach der Landung entdeckten die Prominenten zahlreiche Seehunden mit ihren neugeborenen Jungen.
Vor diesem Hintergrund, gefilmt von dutzenden von Kameras, forderten die russischen Stars die Öffentlichkeit auf, ein Verbot des Tötens von Babyseehunden in Russland durchzusetzen.
Vor dem Abflug legten sie sich auf den Schnee und formten den Slogan „ Russia without cruelty“ (Russland ohne Grausamkeit).
VITA´s Engagement provozierte eine heftige Gegenreaktion von Jägern. Die Pressekonferenz verwandelte sich daraufhin in eine stürmische zweistündige Diskussion.
Die drei grundlegenden Argumente der Jäger waren, dass die Jagd eine Tradition der Menschen in der Region ist und zudem dadurch die Seehundpopulation kontrolliert wird. Hinzukommt, dass es kaum ethische Beschäftigungsalternativen in der Region gibt.
Indessen besuchten die Berühmtheiten auf ihrem zweitägigen Ausflug den “Living Nature Club”, wo sie Alternativen zur Jagd kennen lernten.
Der Ökotourismus in der Region gibt dutzenden von Menschen Arbeit, so gibt es Flüge zu neugeborenen Seehunden, Urlaub in Pinienwäldern sowie Besuche der “ethischen Industrien” des Nordens: Der Sammlung und Verarbeitung von Moltbeeren, Blaubeeren, Preiselbeeren, Pilzen und Seetang.
Die russischen Prominenten richten ihre Aufmerksamkeit nun darauf, auch ein Verbot der Jagd auf ältere Seehundjunge, den so genannten „white-coat pupy“ und „greys“, durchzusetzen.
“Wir sind sicher, dass auch dieses Projekt große Aufmerksamkeit auf das Problem lenken wird und zwar nicht nur in der russischen Gesellschaft sondern weltweit. Wir haben einen ersten Erfolg zu verzeichnen – es wird in diesem Jahr kein Abschlachten von Babyseehunden geben“, betont Irina Novozhilova, Präsidentin von VITA.
Dennoch arbeiten wird weiterhin daran, dass ein Verbot des Tötens von Seehundjungen jeden Alters auf eine gesetzliche Grundlage gestellt wird.
VITA Animal Rights Centre, Moscow
Website: www.vita.org.ru