
Da der Mensch immer weiter in den Lebensraum der Bären vordringt, leben heute viele Bärenpopulationen in der Nähe von Menschen und menschlichen Nahrungsquellen. Die sich daraus ergebenden Konflikte sind international zu einem großen Problem geworden und betreffen alle Bärenarten.
Angezogen von der Aussicht auf leichte Beute sind viele wild lebende Bären mittlerweile daran gewöhnt, sich von Ernten, Früchten, Vieh und Abfällen in ihrer näheren Umgebung zu ernähren. Sind diese Nahrungsquellen nicht richtig gegen Bären geschützt, ist das Zusammentreffen von Mensch und Tier nahezu unvermeidlich.
mit Zerstörungen und Angriffen verbunden. Davon betroffen sind insbesondere Bienenstöcke, Vieh und Abfallbehälter. Zusammen mit den seltenen Angriffen auf Menschen entsteht eine feindselige Haltung gegenüber den Bären.
Gegen die als Plage empfundenen Bären geht der Mensch unterschiedlich vor: Manche Bären werden verletzt oder getötet, andere werden eingefangen und ein Leben lang eingesperrt.
Die Annahme, das vermehrte Auftreten plündernder Bären sei ein Anzeichen für eine zu große Bärenpopulation, wirkt sich zusätzlich fatal auf das Schicksal vieler Tiere aus. Die Abschussquoten werden erhöht und verwaiste Bärenjunge bleiben in den Wäldern zurück um anschließend zu verhungern.
Besonders verstärkt wird dieses Phänomen, wenn sich weibliche Bären aus menschlichen Nahrungsquellen ernähren. Die Bärenjungen ahmen das Verhalten ihrer Mütter nach und auf diese Weise setzt sich das Problem fort.
Im Jahr 2006 stellte die WSPA Untersuchungen an, bei denen praktische Methoden zur Reduzierung der Konflikte zwischen Mensch und Bär und der Anzahl der auf grausame Weise getöteten oder gefangen genommenen Tiere erforscht und ermittelt wurden.
Darauf aufbauend finanziert die WSPA gegenwärtig eine Reihe von Projekten, die sich mit folgenden Aufgaben befassen:
Entwicklung von allgemein anwendbaren, praktischen Methoden, mit denen die Bären an der Nahrungssuche aus menschlichen Quellen gehindert werden sollen, wie z.B. einer verbesserten Abfallwirtschaft.
Einführung von Schulungsmaßnahmen für ansässige Gemeinden, bei denen Konfliktvermeidung zwischen Mensch und Bär vermittelt wird.
Zusammenarbeit mit den örtlichen Medien, um das Thema deutlicher in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Regierungen zu rücken.
Sicherung der Kooperationsbereitschaft der relevanten örtlich ansässigen Geschäfte und Firmen.
Ausbildung lokaler Behördenmitarbeiter, wie auf angemessene Weise mit „Problembären“ umzugehen ist, z.B. Umsiedlung.
Erstellung sofort zugänglicher Richtlinien für Behörden und örtliche Gruppen, etwa über die Errichtung bärensicherer Zäune.
Aus diesen Projekten werden bewährte Lösunge hervorgehen, die an die örtlichen Behörden weitergegeben und überall dort angewendet werden können, wo es zu Konflikten zwischen Mensch und Bär kommt.