Neues aus dem Orang-Utan-Schutzzentrum

Was gibt es Neues aus Borneo? In den letzten Monaten hat sich im Orang-Utan-Schutzzentrum in Nyaru Menteng einiges getan. Aktuelle Einblicke in die Tierschutzarbeit der WSPA:

Ausbruch von Malaria

Ein Tierarzt versorgt einen erkrankten Orang-Utan im Schutzzentrum.

Im Januar 2009 brach in Nyaru Menteng eine besonders tückische Malariaart, die zerebrale Malaria, aus. Dieser Ausbruch kostete insgesamt elf Orang-Utans das Leben und machte viele sehr krank.

Der Liebling der Rettungsstation, Kesi, war einer der etwa 100 Orang-Utans, die von der Epidemie befallen wurden. Ihre Pfleger bemerkten, dass sie ein wenig lethargisch war. Mediziner führten verschiedene Tests durch, die bestätigten, dass auch sie an Malaria erkrankt war. Kesi wurde daraufhin in einem Isolationsgehege gehalten, damit sie behandelt werden und sich genügend ausruhen konnte.

Natürlich war sie als eingesperrtes Kleinkind schnell gelangweilt. Um ihren Frust zu demonstrieren, spuckte sie sogar nach ihren Pflegern. Die Leiterin des Schutzzentrums, Lone Dröscher Nielsen sagte, dass Kesi mit der Zeit eine ganz schön eigensinnige Persönlichkeit geworden ist. Sobald sie wieder mit ihren Freunden vereint war, fing sie an, diese zu ärgern.

Erweiterung des Schutzgebietes

Erfreulicher hingegen ist, dass der Kauf von neuem Land für die Orang-Utans nun in die Endphase geht. Da das ursprüngliche Schutzgebiet sehr ausgelastet ist, bietet der Kauf der Salat Islands zusätzlichen Raum und den Tieren deutlich mehr Unterschlupfmöglichkeiten.

Dies ist im Rehabilitationsprozess sehr wichtig: Die Tiere können sich auf größerem Raum selbstständig bewegen und Futter suchen. Die Inseln sind auch ein perfekter Kompromiss für ältere Orang-Utans, die zu verletzt oder krank sind, um alleine in der freien Wildbahn leben zu können und weiterhin Fürsorge brauchen.

Das Territorium der Salat Islands beinhaltet zwei 100 Hektar große Inseln und eine größere Insel mit insgesamt 500 Hektar Fläche. Die kleineren Inseln sind perfekt für die älteren männlichen Tiere geeignet. Die größere Insel soll etwa 100 jüngere Tiere beheimaten sowie einige der älteren Weibchen, die verletzt sind.

Die bisher unbewohnten Inseln werden von den Einheimischen gepachtet. Diese versucht die Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS) in ihrer Arbeit mit einzubeziehen. Die Einheimischen werden als Sicherheitspersonal oder Tierpfleger eingesetzt. Außerdem wird das Futter der Tiere aus lokalem Anbau bezogen.

Neuzugänge auf der Rettungstation

Dieser Orang-Utan findet Interesse am Objektiv des Fotografen.

Obwohl das Schutzzentrum in Nyaru Menteng ausgelastet ist, weist man dort keine Neuzugänge ab. Jeden Monat kommt eine Hand voll Waisen, die gerettet werden konnten, hierher. Die meisten sind unter einem Jahr alt und befinden sich in unterschiedlicher körperlicher Verfassung. Vor kurzem erst traf Inka im Schutzzentrum ein. Ihre Mutter war auf einer Palmöl-Plantage getötet worden, als sie für sich und ihr Junges nach Futter suchte. Inka wurde daraufhin über den illegalen Tierhandel verkauft.

Glücklicherweise hörte einer der Pfleger in Nyaru Menteng von ihrem Schicksal, als er seine Familie in dem Dorf besuchte, in dem Inka gehalten wurde. Er konnte ihren „Besitzer“ davon überzeugen, das Tier in seine Obhut zu geben. Unterernährt und mit nur 2,5 kg Körpergewicht traf Inka im Schutzgebiet ein. Die Pfleger schätzten ihr Alter aufgrund ihrer Zähne auf ein bis eineinhalb Jahre. Wenn sie erst einmal an Gewicht zugenommen hat, wird sie in der Lage sein, sich den anderen Orang-Utans in der Spielgruppe anzuschließen.

Damit die WSPA auch weiterhin Orang-Utans helfen und aufnehmen kann, sind wir auf ihre Unterstützung angewiesen.

Ihre Spende hilft uns, misshandelten, hungernden und kranken Orang-Utans zu helfen und ihnen ein neues Leben zu ermöglichen >>

 

Page tools:
Share Share, Bookmark, Email or Print